Alle Beiträge 2008
Václav Petrbok, Michael Wögerbauer
Litteratura Duplex. Ein Konzept der tschechischen und deutschen Literatur im Prag im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts
– Litteratura Duplex. A conception of Czech and German literature in Prague in the last third of the 18th century

Nationale Literaturgeschichte(n) werden traditionell in einen doppelten Rahmen eingeschrieben: den der Sprachnation und der ästhetischen Originalität. Die Studie unternimmt dagegen den Versuch, das mehrsprachige Prag am Ende des 18. Jahrhunderts als eine kulturelle Mikroregion mit einer zweifachen “Litteratura duplex” zu beschreiben: ab 1760 kommt es zu einem wechselseitigen Kulturtransfer zwischen der internationalen, vielsprachigen Hochkultur und den wieder zu entdeckenden Landestraditionen, bei denen vor allem deutsch- und tschechischsprachige Schrifttraditionen aktualisiert werden. So entstehen schrittweise Strukturen einer kulturellen bzw. literarischen Öffentlichkeit, die sich vor allem auch an einfache Leserschichten wendet. Um 1800 zeichnen sich schon zwei Landesliteraturen ab, deren Charakteristika sich zunehmend von einander abheben, wenngleich langfristig noch die Parallelen zwischen ihnen überwiegen.

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Jindra Broukalová
Zur Analyse von Informationsübermittlung in Ludwig Winders Roman ‘Der Thronfolger.
Ein Franz Ferdinand Roman’
– About analysing of information transfer in Ludwig Winders novell ‘Der Thronfolger.
Ein Franz Ferdinand Roman’

In dem vorliegenden Artikel soll vorrangig nicht die Frage beantwortet werden, welche Informationen Winder für die Darstellung von Franz Ferdinands Persönlichkeit und Leben ausgewählt hat, sondern auf welcher Art und Weise die Informationen in dem Text des Romans ‘Der Thronfolger’ dargestellt werden.

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Alle Beiträge 2009
Steffen Höhne
Böhmische Erinnerungsarbeiten. Zum Werk Lenka Reinerovás (17.5.1916-27.6.2008)
–Activities for Bohemian remembrance. About the opus of Lenka Reinerová (17.5.1916-27.6.2008)

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Jan Randák
Veränderungen im Bild der Toten in der tschechischen Revolution 1848/49
– Changes in the point of view of the dead during the Czech Revolution 1848/49

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Boris Blahak
„Deutsch, das wir von unsern undeutschen Müttern noch im Ohre haben“.
Sedimente des Westjiddischen in Franz Kafkas Literatursprache
– „Deutsch, das wir von unsern undeutschen Müttern noch im Ohre haben“.
Sediments of western Yiddish in the language of Franz Kafkas works

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Volker Mohn
„Albernes und geschmackloses Machwerk“ – Die literarischen Bemühungen
des Polizeihauptwachtmeisters Andreas Marx
– „Albernes und geschmackloses Machwerk“ – literary efforst of Andreas Marx, Polizeihauptwachtmeister
Schwerpunkt: Jung Prag und die Frühlingsgeneration
Julia Hadwiger
„‚Jungprag‘ war kein Verein und kein Klub, es war ein Herzensbund Gleichgesinnter …“
Spurensuche und Versuch einer Zuordnung
– „‚Jungprag‘ war kein Verein und kein Klub, es war ein Herzensbund Gleichgesinnter …“
Research and classification

PDF Seiten: 9-40

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Michal Topor
1896-1900: Moderne im Schatten der Väter, der Professoren und der ‚Nationalpflicht‛?
Versuch einer Re-/Konstruktion
– 1896-1900: Modernity following the fahters, professors and the nation‛? a reconstruction

PDF Seiten: 59-86

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Jörg Krappmann
Verstiegen im Kulturtransfer.
Eine Neubewertung der Prager deutschen Literatur am Beispiel Oskar Wieners
– Lost in cultural transfer. Rethinking the prague-german literature, exemplified with Oskar Wiener

PDF Seiten: 155-167

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Bernd Hamacher
Prag und Goethe im Exil. Zur kulturellen Konstruktion Prags in der Konstellation
Johannes Urzidil – Erich Kahler –Thomas Mann
– Prague and Goethe in the exile. About the cultural construction of Prague.
Johannes Urzidil – Erich Kahler –Thomas Mann

PDF Seiten: 271-279

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Peter Becher
Vom Exil zurück nach Prag. Begegnungen mit Eduard Goldstücker 1989-1999
– From exile back to Prague. Encounters with Eduard Goldstücker 1989-1999

Der Beitrag bezieht sich auf die Zeit zwischen 1989 und 2000, als Eduard Goldstücker nach seiner Rückkehr von Brighton (England) nach Prag zu einem überaus engagierten Förderer des tschechoslowakisch-deutschen (seit 1993 tschechisch-deutschen) Kulturaustausches wurde.

The paper refers to the years 1989-2000, when Eduard Goldstücker returned from Brighton (UK) to Prague and became a highly committed promoter of the cultural exchange between Czechoslovakia (since 1993 Czech Republik) and Germany.

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PDF Seiten: 177 – 186

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Jitka Ludvová
Das Repertoire des Ständetheaters in Prag im 19. Jahrhundert.Das sogenannte Martinec-Verzeichnis
– The Repertory of the Estates Theatre in Prague in the 19th century: the so-called Martinec-List

Das sog. Martinec-Verzeichnis registriert – mit kleinen Lücken – das tägliche Repertoire des Prager Ständetheaters 1815-1856. Benannt wurde es nach seinem vermutlichen Verfasser František Martinec (1819-1879), der 1842-1879 als Souffleur am Ständetheater wirkte. Mit seinen 2 Bänden (ca 600 S.) stellt es die umfangreichste handschriftliche Quelle zur Geschichte des Ständetheaters in Prag dar. Die Eintragungen verzeichnen gekürzte Namen der Theaterstücke, Namen und Rollen gastierender Künstler, Benefizvorstellungen der einheimischen Ensemblemitglieder und besondere Ereignisse.

The so-called Martinec-List presents an almost continuous list of the everyday repertoire of the Prague Estates Theatre between 1815 and 1856. The name Martinec refers to its probable author František Martinec (1819–1879), who was the theatre prompter in 1842–1879. The two volume manuscript (approximately 600 pp.) provides the most complete source of the repertory of the Prague Estates Theatre. The list notes the abbreviated titles of the plays, the names and characters of the guest artists, the benefit performances of the ensemble members and special events.

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PDF Seiten: 287 – 295

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Andreas B. Kilcher
Das „jüdische Prag“ um 1900. Narrative und Figurationen
– Jewish Prague around 1900. Narratives and Images

Das ,jüdische Prag‘ ist eines der markantesten urbanen Narrative der europäischen Moderne. Es lässt sich als Historie und zugleich als Erzählung analysieren, als Geschichte eines komplexen nationalen und kulturellen Spannungsfeldes von Kulturkontakten und Kulturkonflikten. Der Akzent liegt hier auf der Erzählung und damit der Imagination (Vorstellung), Narration (erzählerische Anordnung) und Figuration (bildliche Darstellung) jenes „jüdischen Prag“. Diese Konstruktion erfolgte um 1900 in einem spezifischen Kontext: Ihre Akteure waren zumeist Söhne deutsch-jüdischer wie tschechisch-jüdischer Assimilation, deren Integrationsversprechen sich auch und gerade angesichts der Nationalisierungsbewegungen als uneinlösbar herausstellte. In diesem Umfeld erfolgte die Neuerfindung des ,jüdischen Prag‘ als eines säkularen, d.h. weniger religiösen als vielmehr kulturellen und politischen Selbstentwurfs inmitten der Moderne um 1900.

“Jewish Prague” is one of the most remarkable urban narratives of European modernism. It can be analyzed both as history and as a story – of the complex national and cultural interplay between cultural contacts and cultural conflicts. The focus here is on the story and thereby the imagination, narration, and figuration of this “Jewish Prague.” This construct emerged around 1900 in a specific context: its protagonists were mostly sons of assimilated German as well as Czech Jews, whose promise of integration was unfulfilled, not least due to the nationalist movement. This environment resulted in a reinvention of “Jewish Prague” as a secular, i.e. less religious and instead cultural and political, self-narrative in the midst of modernism around 1900.

Frei zugänglich ab Mitte 2018, kostenpflichtig ab sofort bei CEEOL.

Seiten 23-35

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Walter Schübler
„Der Börsejud als Übermensch“ oder Anton Kuhs Anamnese der jüdischen Moderne und
deren Rezeption in Prag
– “The Jewish Stock-Jobber as Übermensch” or: Anton Kuh’s Anamnesis of Jewish Modernity and
Its Reception in Prague

In seinem Aufsehen erregenden Essay Juden und Deutsche (1921) entwirft Anton Kuh (1890-l941) gegen die formelhafte Alternative der jüdischen Moderne – Assimilation oder Zionismus – ein drittes Modell jüdischer Identität, indem er die Exterritorialität der Diaspora in eine kosmopolitische Mission umdeutet. Zwei Stegreif-Vorträge, bei denen er seine provokanten Thesen zur Diskussion stellt, sind nicht nur Prager „Gesellschafts-Sensationen“ – Max Brod bricht aus diesem Anlass auch eine Lanze für den ernst zu nehmenden „schöpferischen Denker“ Anton Kuh, und Felix Weltsch attestiert dem „bösartigen Entdeckerauge“ Kuhs „verblüffende Entschleierungen“.

In his essay Juden und Deutsche (1921) [Jews and Germans], which caused a sensation, Anton Kuh (1890–1941) conceptualizes a third model of Jewish identity against the formulistic alternative of Jewish modernity, i.e. assimilation or Zionism. In this model he reframes the exterritoriality of the diaspora into a cosmopolitan mission. Two of his impromptu speeches, in which he presents his provocative theses, are not only “societal sensations” in Prague – Max Brod uses this occasion to champion the “creative thinker” Anton Kuh, and Felix Weltsch attests the “malicious exploring eye” of Kuh “astonishing unveilings”.

Frei zugänglich ab Mitte 2018, kostenpflichtig ab sofort bei CEEOL.

Seiten: 54 – 64

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Ulrike Mascher
Stadttext und Selbstbild in Hermann Grabs Der Stadtpark
– Text of the City – Perception of the Self. Hermann Grab‘s Der Stadtpark

In dem folgenden Aufsatz wird ausgehend von der Außenseiterposition, die der Prager deutschsprachige Autor Hermann Grab in seinem Vortrag zu Marcel Proust dem jüdischen Künstler zuschreibt, Grabs Hauptwerk Der Stadtpark (1935) betrachtet. Dabei stellt sich vor allem die Frage, wie umgehen mit einem Prag-Roman ohne Prag? In der Zusammenschau von Grabs realer Lebenswelt, seinen ästhetischen Reflexionen im Proust-Vortrag und ihrer literarischen Ausgestaltung im Stadtpark wird ein Interpretationsweg eingeschlagen, der neue Perspektiven auf das Verhältnis zwischen Stadtwahrnehmung und Identitätsdiskursen aufzeigt.

This essay sets out to analyse Hermann Grab‘s chief work Der Stadtpark (1935) based on the position as an outsider that the Prague German-speaking author Grab ascribes to the Jewish artist in his lecture on Marcel Proust. But initially the question is, how to deal with a Prague novel without Prague? By considering Grab‘s real living environment, his aesthetic reflections in the Proust lecture and their literary implementation in the novel Stadtpark a way of interpretation is taken which especially reveals new perspectives on the relation between the perception of the city and discourses of identity.

Frei zugänglich ab Mitte 2018, kostenpflichtig ab sofort bei CEEOL.

Seiten: 101 – 114

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