Katja Wetz
Synkretismus und Poetik der Distanz in Richard Weiners “Obnova (Die Erneuerung)”
– Syncretism and poetics of distance in Richard Weiner’s “Obnova (The Renewal)”

Über die ungewöhnliche Erzählsituation eines Verstorbenen, der aus dem Fegefeuer berichtet, werden in Richard Weiners Erzählung Die Erneuerung [Obnova] jüdische und christliche Vorstellungen amalgamiert. Das jüdische Trauerritual sorgt für die Plot-Struktur der Erzählung und das Fegefeuer gibt dem Erzählort eine konkrete Anschauung. Trotz dieser grundlegend religiösen Anlage der Erzählung, lässt sich die Entwicklung, die der Erzähler nimmt, mit der modernen Mystik ohne Gott kurzschließen. Grundlegend sowohl für die Darstellung als auch für die Semantik der Erzählung lässt sich Distanz als poetische Strategie festmachen.

Using the unusual perspective of a deceased person, who reports from purgatory, Jewish and Christian notions are merged in Richard Weiner’s narrative Renewal [Obnova]. The Jewish mourning ritual provides the narrative with a plot structure and the purgatory gives the scene a concrete setting. Despite of a fundamentally religious composition of the narrative, the course the narrator takes in the narrative can be associated with a godless modern mysticism. As a basis for the illustration as well as for the semantics of the narrative, distance serves as poetic strategy.

Frei zugänglich bei CEEOL.

Seiten: 153 – 168

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