Veronika Ambros
Golem: aus vielen Stoffen gezaubert
– Golem: Made of many substances

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die literarische Figur des Golem mit der Prager jüdischen Folklore assoziiert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts aber, als zeitgenössische Theorien zum Schauspiel (Craig) und zum Lachen (Bergson) Marionetten und Mechanisierung konzeptualisierten, wurden Golem-Figuren, die sich nun von rein fiktionalen Gestalten zu visuell vorgeführten belebten und unbelebten Wesen wandelten, zu einer Herausforderung für Bühne und Leinwand. Die Werke, in denen sie erschienen, trugen zu einem Bild des fiktionalen jüdischen Prag bei, das grotesken Verzerrungen, Horror oder dem Lächerlichen unterworfen wurde. Der Aufsatz fokussiert die Verbindung zwischen dem Phantastischen und dem Komischen.

Since the mid-nineteenth century, the literary character of the golem has been associated with Prague Jewish folklore. At the beginning of the twentieth century, however, when contemporary theories of acting (Craig) and laughter (Bergson) conceptualized marionettes and mechanization, golems moving from mere fictional characters to visually performed animate and inanimate beings challenged stage and screen. They appeared in works, which contributed to an image of fictional Jewish Prague that was subject to grotesque distortion, horror or ridicule. My paper focuses on the connection between the fantastic and comic.

Frei zugänglich ab Mitte 2017, kostenpflichtig ab sofort bei CEEOL.

Seiten: 181 – 192

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