Steffen Höhne
König Přemysl Ottokar II. Literarische Konstruktionen von Geschichte am Beispiel Böhmens
– King Přemysl Ottokar II. Literary constructions of history using the example of Bohemia

An Hand der Herrschergestalt Přemysl Ottokar II. soll gezeigt werden, wie sich eine bewusste Politiserung und Nationalisierung der Geschichte im Böhmen des 19. Jahrhunderts vollzog. Es wird dabei insbesonders auf Franz Grillparzer und Uffo Horn eingegangen.

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Milan Horňáček
Imaginiertes Großmähren. Zur Erfindung von Traditionen in der mährischen Historiographie
des langen 19. Jahrhunderts
– Imagination of a major Moravia. About the invention of traditions of the moravian historiograph
in the 19th century
Dalibor Dobiáš
Josef Jungmann und seine Bemühungen um einen anspruchsvollen tschechischen Vers
in den ersten zwei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts
– Josef Jungmann and his efforts to create demanding verse forms in the first two decades
of the 19th century Czech literature

Die Experimente mit dem modernen tschechischen Vers in den ersten zwei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts stellen ein bis jetzt fruchtbares Material dar, das wesentlich auch die Anfänge der modernen tschechischsprachigen Literatur in ihrem zentraleuropäischen Kontext erhellt. Der Aufsatz beschäftigt sich mit einem der wichtigsten Verträter dieser Experimente, Josef Jungmann (1773–1847) und seinem theoretischen und literarischen Werk. Er analysiert besonders die von Jungmann geschaffenen anspruchsvollen Versformen und ihre Motivierungen.

The experiments with the modern Czech verse in the first two decades of the 19th century provide a fertile material for analysis of modern Czech literature in its Central European context. The paper deals with one of the most important representatives of these experiments, Josef Jungmann (1773-1847), and with his theoretical and literary work. It is particularly concerned with the demanding verse forms created by Jungmann and their complex motivations.

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PDF Seiten: 211 – 224

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Jitka Ludvová
Das Repertoire des Ständetheaters in Prag im 19. Jahrhundert.Das sogenannte Martinec-Verzeichnis
– The Repertory of the Estates Theatre in Prague in the 19th century: the so-called Martinec-List

Das sog. Martinec-Verzeichnis registriert – mit kleinen Lücken – das tägliche Repertoire des Prager Ständetheaters 1815-1856. Benannt wurde es nach seinem vermutlichen Verfasser František Martinec (1819-1879), der 1842-1879 als Souffleur am Ständetheater wirkte. Mit seinen 2 Bänden (ca 600 S.) stellt es die umfangreichste handschriftliche Quelle zur Geschichte des Ständetheaters in Prag dar. Die Eintragungen verzeichnen gekürzte Namen der Theaterstücke, Namen und Rollen gastierender Künstler, Benefizvorstellungen der einheimischen Ensemblemitglieder und besondere Ereignisse.

The so-called Martinec-List presents an almost continuous list of the everyday repertoire of the Prague Estates Theatre between 1815 and 1856. The name Martinec refers to its probable author František Martinec (1819–1879), who was the theatre prompter in 1842–1879. The two volume manuscript (approximately 600 pp.) provides the most complete source of the repertory of the Prague Estates Theatre. The list notes the abbreviated titles of the plays, the names and characters of the guest artists, the benefit performances of the ensemble members and special events.

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PDF Seiten: 287 – 295

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Gertraud Marinelli-König
Literaturtransfer Prag – Wien (1800-1820)
– Transmission of literature between Prague and Vienna in the period 1800-1820

Nach Auswertung von Nachrichten, Notizen und Beiträgen in Wiener Unterhaltungsblättern und gelehrten Zeitschriften in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird ein Blick auf literarische Beziehungen geworfen. Am Beispiel von K. J. Bernard (1786-1850) wird die literarische und journalistische Tätigkeit eines nach Wien „Übersiedelten“ rekonstruiert; Libussa fand in vielfältiger Weise Erwähnung; mit Wolfgang Adolf Gerle (1781-1846) wird gezeigt, dass dieser, wie so viele andere Schriftsteller aus den böhmischen Ländern auch, in der Wiener Presse präsent war.

This paper deals with the transmission of literature between Prague and Vienna, evidence of which is drawn primarily from a collection of Viennese journals and magazines. The example of Karl Joseph Bernard (1786-1850) – a native of Silesia who settled in Vienna – will highlight his career within literary and journalistic circles. Furthermore, it will be shown how the legendary figure Libussa found its way into the media. Last but not least, the paper deals with Wolfgang Adolf Gerle (1781-1846), a prominent writer of his time from Prague who contributed to Viennese periodicals and was acclaimed for his literary work in Vienna like so many other writers from the Bohemian lands.

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PDF Seiten: 315 – 328

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Jindřich Toman
Böhmische Juden als böhmische Juden: Literarische Zeugnisse der 30er-und 40er-Jahre des 19. Jahrhunderts
– Bohemian Jews as Bohemian Jews: Literary Documents of the 1830s-1840s

Der vorliegende Aufsatz analysiert die Art und Weise, wie in den Dekaden unmittelbar vor 1848 jüdische Autoren aus Böhmen ihre Identität literarisch verhandelten. Die Hauptprotagonisten sind August Ludwig Frankl (1810-1894) und Siegfried Kapper (1820-1879). Im Vordergrund steht Kappers auf Tschechisch veröffentlichte Gedichtsammlung České listy (1846), die hier als Zeugnis einer sich wandelnden Einstellung der böhmischen Juden zur Habsburger Monarchie interpretiert wird. Kapper zeigt ein verstärktes Interesse am Lokalen, d. h. Böhmischen bzw. Tschechischen; seine Position lässt dabei den Einfluss sowohl des böhmischen Landespatriotismus als auch des europäischen Reformjudentums erkennen. Die von Kapper entworfene Alternative zum Imperialen wird als Vorspiel einer sozialen und kulturellen Modernisierung verstanden, die sich dann im späten 19. Jahrhundert verstärkt zu Wort meldet.

The present study analyzes the ways in which nineteenth century Jewish writers from Bohemia negotiated their identity. The main protagonists are two poets of the decades preceding 1848, August Ludwig Frankl (1810-1894) and Siegfried Kapper (1820-1879). Kapper’s poetry collection České listy (1846) is particularly significant. It is analyzed here in detail as a testimony of a changing attitude of Czech Jews to the Habsburg monarchy. Kapper shows a strong interest in Bohemia and the Czechs while showing traces of Bohemian Landespatriotismus as well as of Reform Judaism. His alternative to the Imperial is understood as a prelude to a social and cultural modernization that became increasingly influential in the late 19th century.

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Seiten: 37 – 52

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